Japandi – Warum dieser Stil die perfekte Antwort auf den „Jänner-Blues“ ist
Die Weihnachtsdeko ist verpackt, der Baum ist entsorgt. Plötzlich wirkt das Wohnzimmer leer. Vielleicht sogar etwas kahl. Aber genau hier, in dieser Leere, liegt eine Chance. Nach der Üppigkeit des Dezembers sehnt sich unser Auge nach Ruhe.
Willkommen im Jahr 2026. Willkommen bei Japandi.
Das ist kein kurzlebiger Trend, der durch TikTok geistert. Japandi ist die erwachsene Antwort auf unsere Sehnsucht nach Ordnung und Geborgenheit. In der Tischlerei Kornmüller spüren wir diesen Wunsch oft: Kunden wollen keine vollen Räume mehr. Sie wollen Wirkung.

Was ist Japandi eigentlich?
Japandi ist die ästhetische Fusion aus japanischem Minimalismus und skandinavischer Funktionalität.
Es ist die Schnittmenge aus dem Besten zweier Welten: Die kühle, reduzierte Ordnung des Nordens trifft auf die warme, handwerkliche Tradition des Ostens. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern Wohlbefinden durch Weglassen.
Die Formel: Hygge + Wabi-Sabi
Klingt theoretisch, ist aber ganz einfach zu fühlen:
- Hygge (Skandinavien): Das Gefühl, sich in eine warme Decke zu kuscheln. Gemütlichkeit, Sicherheit, warme Socken.
- Wabi-Sabi (Japan): Die Schönheit im Unvollkommenen. Ein Astloch im Holztisch. Eine Keramikschale, die nicht ganz rund ist. Das Altern von Materialien in Würde.
Wenn wir bei Kornmüller einen Tisch aus massiver Eiche fertigen und dabei einen Riss bewusst sichtbar lassen, statt ihn wegzuschneiden – dann ist das Wabi-Sabi. Wenn dieser Tisch der Mittelpunkt für lange Familienabende wird – dann ist das Hygge. Japandi vereint beides.
Wie Sie den Japandi-Look zuhause umsetzen
Sie müssen nicht Ihre komplette Einrichtung rauswerfen. Japandi beginnt mit einer Haltung. Und mit den richtigen Materialien.
1. Mut zur leeren Fläche (Der „Ma“ Effekt)
Im japanischen Design spricht man von „Ma“ – dem Raum zwischen den Dingen. Dieser Freiraum ist kein Nichts. Er ist der Platz, den Ihre Gedanken zum Atmen brauchen.
Der Tischler-Tipp:
Damit Flächen leer bleiben können, braucht der Alltagskram einen festen Platz. Hier schlägt die Stunde des Einbaumöbels. Eine maßgefertigte Wandverbauung, die optisch mit der Wand verschmilzt, schluckt Ordner, Kabel und Krimskrams. Was bleibt, ist visuelle Ruhe.
Merksatz: Japandi funktioniert nur, wenn Unordnung unsichtbar wird. Minimalismus braucht maximalen (versteckten) Stauraum.

2. Die Material-Palette: Natur pur
Plastik und Hochglanz haben hier Hausverbot. Japandi lebt von Haptik. Sie müssen fühlen wollen, worauf Sie sitzen.
| Element | Material-Empfehlung | Kornmüller-Favorit |
| Holz | Eiche (hell/natur), Esche, Nussbaum | Heimische Eiche, natur geölt (feuert die Maserung an) |
| Textil | Leinen, Baumwolle, Wolle | Grob gewebtes Leinen in Beige oder Grau |
| Akzente | Stein, Beton, Keramik, Schwarzstahl | Natursteinplatten als Abdeckung für Sideboards |
| Farbe | Creme, Greige, Terrakotta, Waldgrün | „Schlamm“-Töne kombiniert mit matten Hölzern |
Wichtig: In unserer Werkstatt achten wir darauf, Hölzer nicht „totzuschleifen“. Eine gebürstete Oberfläche, bei der man die Jahresringe mit den Fingerspitzen spürt, bringt genau die Wärme, die dieser reduzierte Stil braucht, um nicht steril zu wirken.
3. Niedrige Möbel („Low Living“)
Haben Sie bemerkt, dass japanische Möbel oft tiefer sind? Bodennähe erdet.
Versuchen Sie es im Schlafzimmer mit einem niedrigeren Bettrahmen oder im Wohnzimmer mit einem Lowboard, das sich über die ganze Wandbreite zieht. Das streckt den Raum optisch und lässt die Decke höher wirken – ein Trick, den wir oft bei Dachschrägen anwenden (mehr dazu in unserem Merkblatt für Dachschrägen).

Warum Maßarbeit den Unterschied macht
Sie können Japandi-Möbel „von der Stange“ kaufen. Aber oft scheitert der Look an den Details: Eine billige Rückwand, die wackelt, oder ein Furnier, das sich nach zwei Jahren löst, widersprechen dem Kern von Japandi.
Dieser Stil fordert Nachhaltigkeit. Er fordert Möbel, die Sie nicht in zwei Jahren austauschen, sondern vererben.
Ein Zitat von Lukas Kornmüller:
Japandi verzeiht keine schlechte Qualität. Weil das Design so reduziert ist, sieht man jeden Fehler. Das Material ist der Star – und das Handwerk die Bühne.
Ihr Start in ein ruhigeres 2026
Nutzen Sie den Januar-Schwung. Gehen Sie durch Ihre Räume. Was stört das Auge? Wo stapelt sich das Chaos?
Manchmal reicht schon ein einziges, gut geplantes Möbelstück – ein Sideboard, eine Garderobe oder ein neuer Esstisch –, um die Atmosphäre im Raum komplett zu drehen.
Unser Angebot:
Bringen Sie uns Ihre Skizzen oder Fotos vom „Chaos-Eck“. Wir entwerfen die Ruhe, die Ihnen fehlt.

Japandi & Maßarbeit: Ihre Fragen geklärt
Ist Japandi nur ein kurzlebiger Trend oder lohnt sich die Investition?
Lukas Kornmüller: Japandi ist weit mehr als ein Trend für eine Saison; es ist die „erwachsene Antwort auf unsere Sehnsucht nach Ordnung“. Da der Stil auf der Fusion aus zeitlosem skandinavischen Design und langlebiger japanischer Ästhetik basiert, ist er per se auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Wir fertigen diese Möbel so, dass sie nicht nach zwei Jahren ausgetauscht, sondern vererbt werden können. Japandi ist eine Investition in langfristiges Wohlbefinden durch Weglassen.
Welche Hölzer eignen sich am besten für den Japandi-Stil?
Lukas Kornmüller: Wir empfehlen ganz klar Hölzer, die Natürlichkeit ausstrahlen. Unsere Favoriten in der Tischlerei sind heimische Eiche (natur geölt), Esche oder Nussbaum. Wichtig ist dabei die Haptik: Eine gebürstete Oberfläche, bei der man die Jahresringe spürt, nimmt dem reduzierten Stil die Strenge und bringt die nötige Wärme. Wir kombinieren diese matten Hölzer gerne mit „Schlamm“-Tönen oder Naturstein.
Warum brauche ich für diesen reduzierten Stil unbedingt Maßmöbel?
Lukas Kornmüller: Das klingt paradox, ist aber logisch: Japandi funktioniert nur, wenn Unordnung unsichtbar wird. Ein Möbel von der Stange lässt oft Lücken oder nutzt Nischen nicht perfekt aus – genau dort sammelt sich dann wieder das Chaos. Maßgefertigte Einbaumöbel verschmelzen optisch mit der Wand und bieten den maximalen, versteckten Stauraum, den der Minimalismus benötigt. Zudem verzeiht das reduzierte Design keine schlechte Qualität; bei schlichten Möbeln ist das Material der Star und man sieht jeden Fehler.











Schreibe einen Kommentar